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Alkoholproblem bei der BW?

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Alkoholproblem bei der BW?

Beitragvon Thomsen am 17 Mai 2004 14:09

Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz trinken zu viel Alkohol

Berlin - Viele Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz leiden an erheblichen Alkoholproblemen. Dies geht aus dem der WELT vorliegenden "Jahresbericht über aktuelle Erkenntnisse und Tendenzen in der Sozialarbeit der Bundeswehr" für das vergangene Jahr hervor. Das Verteidigungsministerium erklärte, Alkoholmissbrauch sei nicht hinnehmbar.

In der Studie, die von der Wehrbereichsverwaltung Süd in München verfasst wurde, heißt es: "Während bei Vorfällen im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein hartes und konsequentes Vorgehen mit allen Mitteln des Disziplinarrechts zu beobachten ist, bleibt das Thema Alkoholmissbrauch/Gefährdung weit gehend tabu. Besonders häufig ist zu hören, dass quer durch alle Dienstgradgruppen im Auslandseinsatz regelmäßig und/oder übermäßig Alkohol konsumiert wird." Auf die Folgen im dienstlichen und persönlichen Bereich sei bereits häufiger hingewiesen worden, heißt es in dem Bericht.

Während in der Bundeswehrführung von einer stark übertriebenen Darstellung die Rede ist, berichtet das Amt des Wehrbeauftragten von Einzelfällen im Auslandseinsatz. Eingaben von Soldaten und Besuche in Auslandsstandorten hätten ergeben, dass es einige Vorfälle gegeben habe. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Eingaben an den Wehrbeauftragten hätten das 7. Sfor-Kontingent in Bosnien-Herzegowina betroffen. Nach dem Wechsel des Kontingents sei jedoch festgestellt worden, "dass die Zügel stark angezogen wurden". Einzelfälle gebe es immer. So seien einige Wehrübende mit Alkoholproblemen aus dem Auslandseinsatz zurückgeschickt worden. Aber Vorwürfe, im Auslandseinsatz werde "auf Teufel komm raus gesoffen", könnten nicht bestätigt werden, heißt es beim Wehrbeauftragten.

Das Verteidigungsministerium erklärte, die Vorgesetzten seien angehalten, allen Verstößen "entschlossen und unmissverständlich entgegenzutreten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen". Zugleich kündigte das Ministerium weitere Initiativen gegen den Alkoholmissbrauch an. So sei eine Informationskampagne geplant, die sich besonders an junge Soldaten richten solle. Alkoholmissbrauch sei "wegen der negativen Auswirkungen auf den Dienst insgesamt, der damit verbundenen Sicherheitsrisiken und der Folgen für die Einsatzbereitschaft nicht hinnehmbar".

In dem Sozialbericht heißt es weiter, es habe sich der Eindruck verstärkt, "dass posttraumatische Belastungsstörungen als Folge der Auslandsverwendung von Soldaten deutlich zugenommen haben". Verstärkt durch persönliche Lebenskrisen, könnten diese Störungen zu gesundheitlichen Einbrüchen bis hin zur Dienstunfähigkeit führen. Im Auslandseinsatz selbst werde besonders die Tätigkeit von Soldatinnen in Afghanistan zum Problem. Soldatinnen würden von einheimischen Männern "geradezu missachtet und müssen von ihren Kameraden gegen Übergriffe geschützt werden".

Soldaten, die von Auslandseinsätzen zurückkehren, würden immer häufiger die Menschenführung bei der Bundeswehr kritisieren, heißt es. Bei der Auswahl von Vorgesetzten würden mehr funktionale Aspekte als die Fähigkeit zur Führung eine Rolle spielen.

http://www.welt.de/data/2004/05/17/279046.html


Wie sind eure Erfahrungen mit diesem Thema?
Thomsen
 

Beitragvon SFC am 17 Mai 2004 14:27

Ich sag da nur: Ein doppelter "Jack Cola" im Dakota Club -50 Pfennig-.
Bei den Preisen wird einem das trinken schon schmackhaft gemacht.

Ich selber kann mich an zwei gute Beispiele erinnern. Unseren ZugFhr. Nach zwei Monaten erschien er morgens gar nicht mehr zum Dienst. Die morgentliche Meldung an den Chef hat dann der Spiess übernommen, weil unser Willi kaum noch stehen konnte. Passiert ist nichts. Wurde stillschweigend hingenommen.

Der zeite Fall war unser BergeUffz der sich regelmäßig in seinem BergePz übergeben hat. Er wurde nach einem Monat nach hause geschickt weil er mehrmals von seinem Pz gefallen war, und sich dabei verletzt hat.

Besonders ist mir aufgefallen das die Trinkgelage bei den Truppenteilen die das Lager nie verlassen konnten ( Inst / FM / FeldlagerbetriebsKp / ) besonders hoch waren.
SFC
 

Beitragvon Thomsen am 17 Mai 2004 14:34

Mein alter Chef lag auch mal einen tag in Bosnien flach, weil er es am tag zuvor übertrieben hatte.

Spieß wurde mal aus´m Einsatz abgelöst, weil er nicht mehr zum Arbeiten kam und nach dem eigentlichen Einsatz noch Sachen auf dem Tisch lagen von vor´m Einsatz, da war auch Gevatter Alkohol im Spiel.

Zwei Jahre später gemäß Rotation rühmte man sich nach Heimkehr mit 10 000 Bierdosen, welche man im Kompanierahmen in der letzten Woche "vernichtet" hätte...
Thomsen
 

Beitragvon skuddy am 17 Mai 2004 14:35

Ich denke, dass die Regeln fuer den Umgang mit Alkohol in der BW nicht anders seien sollten als im zivilen Leben. Es geht darum, verantwortungsvoll zu trinken.
Insbesondere bei Einsaetzen sind verkaterte, und dadurch unzuverlaessige Soldaten ein nicht zu unterschaetzendes Risiko fuer die Sicherheit. Wenn ein Soldat nicht faehig ist, selbst zu entscheiden, wieviel er trinken kann, liegt es natuerlich bei seinen Kameraden bzw Vorgesetzten, ihn vor den Folgen zu schuetzen. Aber sowas ist natuerlich nur schoene Theorie.

Nichts gegen ein paar Biere dann und wann, aber gerade bei Kameradschaftsabenden ua. sollte mehr auf die Pflicht zur Gesunderhaltung, bzw Pflicht zur Kameradschaft geachtet werden.
skuddy
 
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Beitragvon eli am 17 Mai 2004 14:43

Mein Spieß, Jäger als Hobby, war ein Alki hoch 10. Wenn man nicht angeklopft hat stand er an seiner "Bar" und genehmigte sich einen ( deswegen hat man da auch nur einmal in seinem Leben nicht angeklopft ). Wenn die VP bei ihm war hiess es meistesn "mir doch egal", "intressiert mich nicht" oder "macht doch was ihr wollt".

Ich bin dafür das man auch im Inland stark auf den Alkoholkonsum achtet und dienstunfähigkeit wegen alkoholkonsums nicht als kavalierdelikt abtut sondern dagegen vorgeht!
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Beitragvon Crazyjack am 17 Mai 2004 16:38

Eines schönes Tages war ein bestimmtes ArtAufklBtl auf der Schießbahn!

Als die Soldaten nach einem guten Schießen im Schnee zurückkamen waren alle Stubentüren geöffnet.
Alle wundern sich und fragen was das soll! Hat etwa der Spieß durchgewischt?

Die Sache klärt sich beim anschließenden Antreten.6 Kameraden werden zum Hauptmann befohlen.
Der Grund: Alle hatten einen beträchtlichen Vorrat an Haschisch in ihrem Spind rumliegen ...

Die ganze Aktion hatte sich aber nur bei den Mannschaften abgespielt. Jedoch sind schon oft komische Gerüche aus den Dienstgradstuben gewabert.
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Beitragvon Krieger am 17 Mai 2004 19:00

Ist ja toll wenn sich schon die Vorgesetzten die Ohren zudröhnen.
Kein wunde4r wenn dann bescheuerte Befehle kommen.

Kann man einen befehl verweigern wenn er von einem besoffenen kommt ?
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Beitragvon Der Weisse Hai am 17 Mai 2004 19:04

Das kommt darauf an, ob er den Charakter eines Befehls (dienstlicher Zweck, zumutbar, kein strafrechtlicher Inhalt) erfüllt.

DWH
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Beitragvon goschi am 17 Mai 2004 19:26

SFC hat geschrieben:Ich sag da nur: Ein doppelter "Jack Cola" im Dakota Club -50 Pfennig-.
Bei den Preisen wird einem das trinken schon schmackhaft gemacht.
[...]. Wurde stillschweigend hingenommen.

[...]

Besonders ist mir aufgefallen das die Trinkgelage bei den Truppenteilen die das Lager nie verlassen konnten ( Inst / FM / FeldlagerbetriebsKp / ) besonders hoch waren.

Ich kann deinen Erfahrungen nur zustimmen.
Gerade die "Camp-sitzer" neigen stärker zum Alkohol, wohl auch weil wir die draussen arbeiteten oft gar nicht um die Zeit im Vamp waren wo man trinken durfte (oder so früh raus mussten, dass es den meisten klar war, dass nichts getrunken wurde.)
trotz allem hatten wir pro Gruppe mindestens ein bis zwei Mann mit relati grossen Alkoholproblemen gehabt :(


euer goschi
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Beitragvon Artiranmor° am 17 Mai 2004 19:32

Hallo!

Ich erinnere mich an einen Feldwebel (Hauptfeld ??) der Pioniertruppe der mir und einem kleinen Haufen den Umgang mit Knallfröschen beibrachte. Er war dem Gesicht und Verhalten nach Alkoholiker, trank aber ab (inclusive) dem Vorabend des TNT - Vernichtens nichts mehr um nüchtern auf dem Sprengplatz zu kommen. Es ging alles gut, keine Ausfälle - wie eben zu erwarten. In der Kaserne angekommen wurde auf einmal laut und hektisch nach den Sanitätern gebrüllt weil der besagte PiFeldwebel mit kräftiger Platzwunde auf der Straße lag und einen epilleptischen Krampfanfall hatte - eine der typischen akuten Entzugserscheinungen bei lanjährigen geübten Alkoholikern. Wäre er eine Dreiviertelstunde früher zusammengeklappt hätte das furchtbar böse ins Auge gehen können und ein einfacher Transport in eine neurologische Klinik hätte dann wohl nicht mehr ausgereicht.

Will sagen - OHNE Alkohol gibt es bei der BW manchmal mehr Probleme als MIT Alkohol (ich selbst bin strikter Nichtalkoholiker....).

Während des Grundwehrdienstes gab es Etliche die zu sehr dem Gerstensaft zusprachen. Während der Dienstzeit wurde dies massiv durch die Vorgesetzten unterdrückt und selbst der Genuß alkoholfreien Biers in der Natopause war untersagt. Ich denke da auch das die Kombination Waffen, schweres Gerät und Alkohol eher unglücklich sind und die anfälligen Personen in risikofreie Stellen manövriert werden sollten. Allerdings gibt es so viele harmlose Posten (SanMat - Feldwebel etc.) wohl gar nicht...... .



Artiranmor
Wem bewusst ist, dass er im Atomzeitalter lebt und .... gedankenlos in die Kasernen trottet... den kann ich nicht einmal mehr bedauern. Er hat nur durch einen Irrtum sein Grosshirn bekommen, das Rueckenmark haette ihm vollkommen genuegt - A.Einstein
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Beitragvon MoW am 17 Mai 2004 19:48

Nun, ich denke .... jeder der beim Bund war, kann Geschichten erzählen wie sehr da gesoffen wird, mit Sicherheit ist da überall auch ein Funken Wahrheit dran.
Nur sollte man bedenken das nicht jeder Uffzabend oder Kameradschaftsabend immer gleich ein Treffen der Alkoholiker ist.

Mit Sicherheit gibt es bei der Bw, auch im Vergleich zu anderen Firmen, mehr Menschen die ein Alkoholproblem haben. Nur man sollte nicht immer pauschalisieren.
Ich weis nicht wann, wer, wo im Einsatz war, mit Sicherheit ist das auch abhängig von der Truppengattung aber ich weis das z.B. in meiner Kompanie die 3-Dosen-Regelung eingehalten wurde und keiner hatte ein Alkoholproblem.
Wir hatten zwar auch Kampfmittel zu räumen etc.... aber wenn wir im Lager waren, haben wir auch nicht mehr getrunken.
Wer im Krieg Löwen will, darf im Frieden keine Schafe züchten!!
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Beitragvon Thomsen am 17 Mai 2004 20:32

Es kommt durchaus vor, daß man während der BW-Zeit mal den ein oder anderen zur Brust nimmt. Wobei abends weggehen nicht mit Dummsaufen gleichzusetzen ist.

Auch das Alter spielt da eine Rolle. Jüngere Kameraden hauen eher mal auf den Putz als ältere. Ich nehme mich da nicht aus. Bei uns wurde teilweise auch sprichwörtlich gesoffen bis zum Abwinken, wobei es allerdings niemals zu Ausfällen etc. kam. "Wer abends saufen kann kann auch morgens rödeln!". Hört sich immer martialisch an, traf aber zu.

Wenn morgens einer mal schwankend zum Antreten kam, wurde er vom Hauptfeld zweimal um den Block gejagt bis er sich die Seele aus dem Leib kübelte und dann war er wieder fit.

Schlimmer finde ich, wenn die älteren Kameraden nach wie vor Kippen bis zum Abwinken. Ich kenne Berufssoldaten, denen der Umgang mit Schußwaffen verboten wurde aufgrund ihrer starken Abhängigkeit.

Dann kommen noch Chefs dazu, die deswegen Diszis verteilen, aber bei der nächsten Kompaniefete selber rücklings in die Bänke fallen. :roll:

Was kann man dagegen tun?

Nun, ich denke daß viele der Einödstandorte ihren wesentlichen teil dazu beitragen. Abends kann man nichts unternehmen, als geht man ins Mannschaftsheim, holt sich eine Kiste Bier und bringt die leere Kiste am Tag drauf zurück.

An diesem Punkt sollte man ansetzen, genau wie bei der allgemeinen Attraktivitätssteigerung des Dienstes (*heul*).
Thomsen
 

Beitragvon T.S.C.Plage am 17 Mai 2004 20:44

Ganze Einheit auf Übung in Munster, am letzten Tag muß natürlich der erfolgreiche Abschluß gefeiert werden...mit Korn-Cola.
Ich hatte nächsten Tag beim Stuben- und Revierreinigen vorort immernoch 'nen Helm auf, obwohl der eigentlich im Spind lag und konnte mich zum Glück am Besen festhalten, aber ich mußte auch kein Kfz mehr nach hause bewegen, wie so einige andere Leutchen.

Ansonsten liegt das aber z.T. auch an den Wehrpflichtigen, die nach Dienstschluß (und auch davor) nichts besser zu tun haben und sich die Binde vollkippen.

Ach ja und die Resis nicht zu vergessen. Einen Langhaar-Stuffz haben sie bei uns aus dem Blumenbeet vom Spieß gefischt. Sah lustig aus, als den Typen zwei LTs über den Flur geschleift haben und der Hauptmann mit 'nem Eimer hinter geeiert kam. :lol:

Aber im allgemeinen würde ich sagen der Alkoholkonsum in der BW ist nicht höher oder geringer als der im Zivilbereich.


Gruß
Plage
Zuletzt geändert von T.S.C.Plage am 20 Mai 2004 11:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Whuffo am 17 Mai 2004 21:05

Aber im allgemeinen würde ich sagen der Alkoholkonsum in der BW ist nicht höher oder geringer als der im Zivilbereich.


Jeder der studiert (hat) kann dies bezeugen...


Whuffo
der gerade aus dem Biergarten zurück ist :D
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Beitragvon Tieftaucher am 17 Mai 2004 22:32

Ich frage woher das kommt, dass (ok Einödstandworte ist irgendwo nachvollziehbar obwohl ich antialkoholiker bin) sich Soldten niederen und höheren Ranges sogar im Einsatz besaufen. Was soll das ??? Die gefährden sich, die Kameraden und Dritte.

Tut mir Leid aber dafür habe ich kein Verständnis
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