1. nein illegal da staatsfeindlich und nicht kontrolierbar. aber du kannst schlecht 800 leute von denen du 90% nicht mal kennst einsperren. die arsenale wurden soweit bekannt aufgelöst. allerdings waren es bei weitem nicht nur waffen, sondern auch natokompatible fernmeldesysteme, bauliche infrastruktur etc. ich glaube kaum das die una auf ihr lieblingsspielzeug einfach so verzichtet. die p26 wurde als geheime wiedrestandsarmee erdacht, und mit material ausgerüstet, das im ernstfall kaum hätte nachbeschaft werden können.
ach ja, kavernen gibts gar viele
@wh: der skandal war nicht das es sie gab/gibt(?), sondern das sie sich erwischen liessen. ausserdem wird eine schwerbewaffnete und hochtrainierte wiederstandstruppe in friedenszeiten nicht gerne gesehen. besonders nicht wenn sie in der lage wäre ohne jegliche staatliche kontrolle autonom zu agieren.
2. selbstverständlich haben wir gesetzbücher, aber jeder der hier lebt weiss, das im endefekt der volkswillen obsiegen wird, egal was in den büchern steht. dabei meinte ich nicht umbedingt dinge wie zivil-, obligationen- oder strafrecht, sondern mehr den staatstragenden gedanken, das was uns letzendlich zu schweizern macht. und diesbezüglich "scheissen" wir auf das recht und glauben dafür an die demokratie. in kriegs und notzeiten führte das öfters dazu das dinge "intern" geregelt wurden. so stieg die zahl von berg und ertrinkungsopfern in den jahern 44-45 um ca 300% an. das die meisten opfer entweder politisch missliebige "fröntler" (braune schweizer) oder sonstwie mit nazi-deutschland verbandelt waren sollte nicht überraschen. die polizei kam den ermittlungen zum teil mehr als nur lax nach
solche praktiken kommen heutzutage natürlich nicht mehr vor. allerdings werden auch heute noch viele dinge "intern" geregelt also ohne die gerichte einzuschalten, vetternwirtschaft ist hierzulande zumteil stark ausgeprägt, dies muss nicht immer in finanzieller korruption enden. viele dieser dinge gründen auf der dezentralisierung, dem föderalistischen system und dem milizsystem (miliz gibts nicht nur im militär, sondern auch in politik und justiz, so gibt es nebenamtliche richter, und jedes mitglied der legislative ist sowieso nur nebenamtlich tätig, vom stadtrat bis zum nationalrat). dazu kommt dann noch eine starke direkte demokratie wo der bürger vom kleinsten hennenschiss bis zur bundesverfassung alles bestimmen kann, sowie eine gewisse geographische kleinräumigkeit. kantone mit weniger als 50000 einwohnern und kleine gemeinden, jeder kennt jeden. sie können sich also vorstellen wie weit sie mit dem gesetzbuch kommen. dem schweizer ist der volkswillen heilig, bücher sind nur bedrucktes papier.
kleines beispiel? die scheizer atomenergiebehörde nagra hat nach umfangreichen probebohrungen einen geeigneten standort für ein atomares endlager gefunden. im betroffenen kanton (nidwalden) wurde umgehen ein referendum gegen dieses lager beschlossen. obwohl die nagra mittels höherem bundesrecht das endlager de jure durchsetzen könnte, wagt keiner dies zu tun. erstens würde der landesweite volkszorn über die missachtung eines volksentscheides mehr als nur einen kopf fordern, und zweitens würde am tag des baubeginns jeder polizist im umkreis von 50km entweder krank, im urlaub oder anderssweitig beschäftigt sein. und mistgabeln sind bekanntlich recht schmerzhaft.*
weitere beispiele finden sich zuhauf. mag befremdlich wirken, aber so leben wir nun mal.
3. allerdings hatten sie kaum einen anzahl von mehr als 10% aktiven milizdienstleistenden gemessen ander gesammtzahl der bevölkerung und ca 45% ada's oder ehemalige ada's (angehöriger der armee), oder hatte die bundeswehr mal einen sollbestand von 8 millionen mann?. kaderpositionen konnte nur erreichen wer offizier war, gewisse formationen waren nur für gewisse bevölkerungsteile zugänglich etc. ich glaube doch das das schweizer milizsystem noch ein bisschen ausgeprägter war als das deutsche, besonders wenn man sollstärke und bevölkerungszahl in relation setzt. auch kulturell und gesellschaftlich hat es sich wohl weitaus stärker ausgewirkt.
4. klar, die sowjetischen panzerdivisionen hätten die flagge gesehn und gedacht "oh das dürfen wir nicht, die sind neutral". daraufhin hätten sie um 90° gedreht und die schweiz weiträumig umfahren
nun ja, letzthin konnte man russische generalsstabskarten der schweiz kaufen, eingezeichnet alle panzertauglichen strassen und brücken. war ganz lustig meinen heimatort mal auf kiryllisch geschrieben zu sehen
der gedanke des totalen widerstandes, notfalls bishin zur totalen selbstzerstörung war weitverbreitet. viele, im eigenlichen sinne faschistische tendenzen, wurden damals von der schweizer "armeekultur" begünstigt. wir sind daran diese dinge aufzuarbeiten.
und wegen dem ansehen so ist die schweiz nach wie vor ein guter platz zum leben und ein land auf das ich sehr stolz bin. allerdings sollten sie nicht irgendwelche wunschvorstellungen aus der milkawerbung hineinprojezieren, auch hier gibt es eine harte wirklichkeit. und ich glaube das auch andere länder (frankreich beispielsweise, wahrscheinlich auch die brd) noch ziemlich gewaltige leichen im keller haben. ob diese vergangenheit aufgearbeitet wird oder nicht bleibt ihnen überlassen, das schweizer parlament hat sich jedenfalls entschieden einen guten teil der altlasten aus dem kalten krieg im mülleimer der geschichte zu entsorgen. besser man siehts realistisch als das man irgendwann ein böses erwachen hat.
*falls die urner jemalls aus protest den gotthard mittles lastwagen blockieren würden, können sie sicher sein das kein polizeibeamter in der schweiz binnen 24 stunden auch nur einen finger rühren würde.
