Das habe ich so ganz sicher nicht - es wird wohl eher ein Zusatz dabei gewesen sein, wie "Wenn man sich auf Mali beschränkt - die Krawallmacher tun das nämlich auch nicht"
Doch hast du!
Und du hast dies als „Unsinn“ abgetan. Mit der Begründung, ein solcher Einsatz sei sinnlos und Chaos herrsche überall in Afrika und da könne man ja gleich überall einmarschieren/mitmischen etc.
Ein militärischer Einsatz macht keinen Sinn, wenn man grenzüberschreitende Aktivitäten nicht auch grenzüberschreitend Unterbindet.
Wie soll denn das bei diesen Grenzen und dem Umstand, dass die meisten Völker in Azawad grenzüberschreitend siedeln durchgesetzt werden? Auch wenn du natürlich völlig recht hast, dass die Unterstützung durch Dritte Mächte bzw in Nachbarländer ausweichende Gruppen abgewürgt werden müsste, die malische Armee war noch NIE in der Lage dazu. Willst du also dann für alle Ewigkeit die abertausende Kilometer langen Grenzen, die quer durch Gebirgswüsten und anderes unpassierbares Terrain gehen mit französischen Truppen sichern?
Der militärische Einsatz würde erst dann nachhaltig Sinn machen, wenn man ihn mit einer nachhaltigen politischen Lösung und/oder einer sinnvollen wirtschaftlichen Entwicklung dieses Gebietes verbinden würde.
Ansonsten kann man sich darauf verlassen, in kürzester Frist wieder militärisch Eingreifen zu müssen.
Darauf kannst du dich jetzt schon verlassen. Obwohl der Einsatz jetzt von den Franzosen wirklich hervorragend durchgeführt wird, wird das den Konflikt um Azawad in keinster Weise beenden. Das nächste militärische Eingreifen in Mali ist jetzt schon gewiss.
WO, an WELCHER STELLE steht
in meinen Beiträgen, dass ich in Mali Christen / Animisten bedroht sehe? In Afrika, ja, auf dem Kontinent als Ganzes. Nur von Mali und dem aktuellen Konflikt ist in diesem Zusammenhang nicht ein mal die Rede!
Du springst ja ständig zwischen GANZ Afrika im allgemeinen und Mali im Speziellen hin und her - etwas schwierig zu unterscheiden, wo du dich dann gerade auf was beziehst.
Daher mal zu GANZ Afrika: in ganz Afrika sind die Christen/Animisten/Polytheisten in keinster Weise durch „Islamisten“ oder „den Islam“ bedroht. In Ländern wie dem Südsudan haben sich diese armen Opfer der „Killertrupps“ recht eindeutig durchgesetzt. Es gibt in den Grenzgebieten beider Religionen eine Menge Konflikte, die religiös verbrämt werden oder teilweise tatsächlich primär religiöse Gründe haben. Dabei sind die Christen/Polytheisten aber keineswegs nur die Opfer der „islamischen Killertrupps“. Oft im Gegenteil. Es gibt massenweise Massaker an Muslimen durch radikale christliche Gruppen.
Dieses "Erfahrungswissen" resultiert aus über 30 Jahren Berufserfahrung als "Beobachter" für die Ereignisse in fremden Staaten, und zwar unabhängig davon, welche wie gefärbte "Brille" gerade "Politisch Korrekt" ist.
Deswegen schätze ich es ja so sehr, mit dir zu diskutieren, fast alle anderen haben entweder keine Ahnung und/oder sind einfach nur langweilig.
Aber mal ernsthaft: Warst du persönlich jemals in einem Land der Sahelzone? Warst du in den letzten Jahren in einem Land der Sahelzone? (muß nicht mal Mali sein). Kennst du auch nur einen einzigen Tuareg persönlich?
"Die Tuareg" wollen ja nur einen eigenen Staat - das ich nicht lache. Da müssten sie ja genau das Aufbauen, was sie seit jeher bekämpft haben: Staatliche Strukturen. Kontrolle. Und wären zudem noch regional "Festgenagelt" und müssten dafür sorgen, dass da ja auch keiner die Grenzen verletzt! Das kannst Du knicken. Das wollen die nicht - nur ihre Anführer, vielleicht.
Und noch mal die Frage? Warst du je dort in deinen 30 Jahren? Kennst du auch nur einen Tuareg persönlich?
Die Tuareg wollen in Mali seit jeher einen eigenen Staat. Seit jeher bekämpft haben sie nur die staatlichen Strukturen der Besatzungsmacht, die ihnen dies verwehrte und mit Folter, dem Verschwinden lassen von Zivilisten und willkürlichen Erschießungen die Tuareg seit Jahrzehnten niedergehalten hat. An einer echten Kontrolle der Grenzen ist die malische Regierung darüber hinaus weniger interessiert als die Tuareg, für welche die Kontrolle der Grenzen ihrer Stammesgebiete die primäre Form der Machtausübung ist, weil durch diese Kontrolle ihre Eliten den gesamten Handel/Schmuggel in der Zentralsahara kontrollieren. Und im Gegensatz zu allen anderen könnten die Tuareg die Grenzen sogar tatsächlich kontrollieren, würde man sie dies machen lassen. Könnte beispielsweise eine Auflage für die Anerkennung eines eigenen Staates sein und würde sich mit den Interesssen der säkularen Tuareg-Eliten decken.
Aber über die Motivation der meisten Menschen - erst recht der "Machtmenschen" - mache ich mir schon lange keine Illusionen mehr. Die wollen Macht haben und Macht ausüben......Bodenschätze -> eigenes Bankkonto -> Saus und Braus wird wohl eher dahinterstecken.
Na und? Wo ist da der Unterschied zur Regierung von Mali? Oder zur Regierung von Frankreich?
Aber das Stichwort Bodenschätze ist recht gut. Azawad wäre nämlich aufgrund seiner Bodenschätze lebensfähig. Und der Lebensstandard der Menschen dort würde allgemein steigen, würde man diese selbst explorieren. So werden sie nur von der Regierung von Mali gestohlen.
Nach meinem Verständnis ist ein Moslem jemand, der im weitesten Sinne dem Glauben des Islam folgt, wie ihn Mohamed niedergelegt hat. Das lässt Raum für Sunniten, Schiiten, WAHABITEN etc.
"Islamist" hingegen entspricht aus dieser meiner Sicht in etwa einem "Jesuiten" bei Gründung des Ordens oder einem "Opus Dei - Anhänger" heutigen Zuschnitts. Religiöse Fanatiker.
Wahabiten sind aber dann deiner Definition nach Islamisten, obwohl du sie oben als Muslime eingeordnet hat. (übrigens werden Wahabiten auch ganz allgemein von Islamwissenschaftlern als Islamisten per se angesehen
Und in dieser Einstufung ist ein "extremer Islamist" ein Moslem, der Moslems tötet, obwohl der Koran dies strikt untersagt, weil er sich in einem "heiligen Krieg" wähnt.
Die ganz gewöhnlichen Sunniten und Schiiten haben sich gegenseitig schon kurze Zeit nach dem Tod des Propheten in blutigen Schlachten in einem heiligen Krieg gegenseitig massakriert, und zwar aus religiös/politischen Gründen, aus der Frage der Deutungshoheit der Religion und damit der Herrschaft über die entstehenden Theokratie.
Wohlgemerkt, wir schreiben hier über Leute, die der Welt mathematische Innovationen beschert haben, ohne die unsere heutige Wirtschaft nicht mehr funktionieren würde
Du meinst die Inder ?!
Hat es denn nicht jahrelang funktioniert? Bis - wer eigentlich - meinte, es funktioniert nicht?
Wer löste den Konflikt erneut aus, nachdem er während der Zeit der französischen Kolonialherrschaft geruht hatte ?! Die Malische Regierung.
Es gab in Mali seit Gründung durchgehend Konflikte bis hin zu offenen Aufständen im Norden, verschuldet durch die Regierung von Mali. Von der Gründung des Staates an. Völkermordähnliche Aktionen gegen bestimmte Tuaregstämme kurz nach der Unabhängigkeit. Beschlagnahme ihrer Viehbestände, Zwangsansiedelung in Elendssiedlungen, Verhaftungen und Folter. Militärputsch 1968 (mit Frankreich als Marionettenspieler im Hintergrund). Massive Gewalt gegen die Tuareg mit Massenverhaftungen Unschuldiger und systematischer Folter. Offene Kämpfe im Norden mit diversen Tuareg-Gruppen in den späten 70er und führen 80er Jahren. 1989 bis 1994 Bürgerkrieg im Norden gegen die Tuareg. Erneut waren hier Enteignungen, willkürliche Verhaftungen und die massenweise Anwendung von Folter durch malische Sicherheitsorgane an Tuareg der Auslöser (aufgrund der Anwendung der sogenannten französischen (sic) Doktrin durch Mali zur Aufstandsbekämpfung
Eine nachhaltige politische Lösung unter Einbindung der Tuareg wäre über Jahrzehnte hinweg möglich gewesen. Ob sie es jetzt noch wäre, weiß ich nicht, aber ich sehe noch eine Chance dafür. Die malische Regierung wird diese Chance aber zur höchsten Wahrscheinlichkeit nicht ergreifen.
Bereits jetzt masskrieren die heldenhaften malischen Regierungstruppen an der Seite der Legionäre die ihnen den Weg frei kämpfen wieder unschuldige Tuareg-Zivilisten, die weder Aufständische sind noch Islamisten. Heroisch wie man es von malischen Soldaten gewöhnt ist !
ALLE Staaten in Afrika funktionieren nur mehr schlecht als recht.
Sind wir also wieder bei ganz Afrika? Soll mir recht sein. Es gibt zwar Staaten wie Botswana, deren einziges echtes Problem Aids darstellt, aber allgemein sieht es ja zumindest in vielen (wenn auch nicht allen) afrikanischen Staaten eher schlecht als recht aus. Und warum
Deine Meinung zu den Gründen hierfür würde mich sehr interessieren !
Solche Dinge wie eine Bevölkerung, der Staatsgrenzen völlig egal sind.
Den Albanern sind Staatsgrenzen auch ganz egal. Und trotzdem hat man den Kosovo geschaffen
Doch nur aus dem Grund, weil die Regierung von Frankreich dann eine Behinderung ihrer Machenschaften in Zentralafrika befürchtet.
Man muss das mal ganz nüchtern und ohne jedes politische Getue betrachten. Unterm Strich bleibt: "Der Mensch ist des Menschen Wolf".
Aha. Und weil das so ist, haben die Tuareg also kein Recht auf einen eigenen Staat. Eine eigenartige Logik....
Nur weil ein Tuareg-Staat Azawad moralisch-ethisch in keiner Weise besser wäre als Mali oder Frankreich, haben die Tuareg kein Recht darauf, sich selbst als Nation einen Staat zu schaffen?!
Oder bist du so sehr frankophil, nachgeradezu Gaullist, dass die Machtinteressen Frankreichs eins zu eins auch die deinen sind? Genau genommen aber ist die Politik Frankreichs in Zentralafrika gerade eben nicht klug, und ist schon mittelfristig insbesondere auch für Frankreich ein Schaden. Man könnte, da Moral und Ethik ja keine Rolle spielen seine Rohstoffe auch von Islamisten beziehen. Oder noch besser und viel einfacher von Säkularen ! Tuareg.
Selbst die Maximal-Forderungen der Islamisten-Gruppen in Mali unterscheiden sich so gut wie nicht von dem was in Saudi-Arabien Gang und Gäbe und Gesetz ist. Und Saudi-Arabien liefern wir gar moderne Kampfpanzer .....
Die säkularen Tuareg-Rebellen wären aber sogar mal gar keine Islamisten. Warum also nicht mit ihnen ins Geschäft kommen? Doch nur deshalb, weil Frankreich eine Gefährdung seiner Uran-Förderung in Zentralafrika befürchtet. Diese Furcht aber verstellt den Weg zu deutlich intelligenteren, deutlich nachhaltigeren Lösungen, von denen auch Frankreich aufgrund der dadurch hergestellten Stabilität profitieren würde. Durch seine Furcht und die daraus erfolgenden französischen Handlungen schadet Frankreich seinen Interessen auf Dauer selbst am meisten.
Die Islamisten-Gruppen hätten sich beispielsweise in Mali gar nicht erst ausgebreitet, hätte Frankreich nicht seit Jahren systematisch jede politische Aktivität der Eliten der Tuareg hintertrieben und zunichte gemacht. Selbst die Minimal-Forderungen im Friedensabkommen vom Juli 2006 wurden von der malischen Regierung aufgrund von Druck aus Frankreich in keinster Weise eingehalten. Die malische Regierung wollte sogar, wurde aber von Frankreich zurück gepfiffen, weil man jede Stärkung der Tuareg fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser. Warum eigentlich
Und nun wundert man sich und schickt mal wieder die Legion um die Symptome der eigentlichen Krankheit zu bekämpfen. Bloße Symptombekämpfung ist aber keine Heilung.

