Calw streifzüge
Im KSK-Wohnzimmer
Mit Tombola, Hüpfburg und Ponyreiten wird das Kommando Spezialkräfte üblicherweise nicht assoziiert. Doch sind die Elitekämpfer der Bundeswehr natürlich auch Menschen aus Fleisch und Blut, viele haben Familie. Vielleicht auch um das zu zeigen, hat der Kommandeur des KSK einen begrenzten "Blick in unser Wohnzimmer" gestattet, so bezeichnete Heinz Josef Feldmann, der General Spezialkräfte, die Anwesenheit von regionalen Honoratioren und einigen Medienvertretern bei einem "Sommerfest" im schwäbischen Calw am vergangenen Freitag. "Wir sind keine Killertruppe", sagt Feldmann beim Rundgang durch die Kaserne. Und tatsächlich erwecken die Uniformierten hier nicht den Eindruck von Kämpfertypen, die wie im Klischee gleichsam mit dem Messer zwischen den Zähnen durch die Gegend laufen, sondern von eher bedächtigen und drahtigen Profis - und eben Familienmenschen. Aber natürlich sind sie auch Soldaten, die mit Stolz und einer gewissen Selbstverständlichkeit ihr Gerät, auch ihre Waffen und ihre Künste darstellen - jedenfalls ausschnittsweise.
Da wird ein "Verwundeter" abgeseilt und von Kameraden intubiert und mit einer Infusion versorgt - KSK-Kämpfer müssen notfalls können, was Rettungssanitäter können. Dort lassen sich vollbepackte Männer blitzschnell an einem Seil von einem Hubschrauber herab. Wieder andere landen trotz Wind und niedriger Wolken mehr oder weniger treffsicher auf dem vorgesehenen Rasenplatz (einer verschwindet hinter den Tannen - "eine Parkplatzlandung", kommentiert hüstelnd ein Kamerad). Waffen sind zu bestaunen von schweren Kalibern bis hin zu kleinen Revolverchen, wie sie in Western der Falschspieler aus dem Ärmel zieht und deren Existenz der Besucher bislang für eine Erfindung der Filmindustrie gehalten hatte. "Für den Notfall", heißt die lapidare Erklärung. Es gilt das Prinzip: Nur gucken, nicht anfassen. Nur an der Station mit dem Schießsimulator darf die Waffe in die Hand genommen werden, wenngleich nur für Laserschüsse auf Sportzielscheiben - auch durch Jugendliche, nach schriftlicher Einwilligung ihrer Eltern, was nach der jüngsten Aufregung über einen Tag der offenen Tür in Bad Reichenhall etwas unbedarft anmutet.
Stephan Löwenstein
Text: F.A.Z., 04.07.2011, Nr. 152 / Seite 2
War ne runde Sache, leider Fotografierverbot. Das Springen war teilweise heikel, da Wind, Hagel, Wolken und Regen etwas gegen punktgenaue Landungen hatten...

"When the extremists fight, make them pay" General David H. Petraeus