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Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Politische Diskussionen, die nicht direkt etwas mit den Einheiten zu tun haben (z.B.: "Was haltet Ihr von einem Einsatz des KSK in Afghanistan?") und Zeitungsartikel können hier diskutiert werden.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon funker27 am 14 Jan 2010 20:51


Umstrittener Protest
Kriegsgegner feiern, wenn deutsche Soldaten fallen

Von Christin Ilgner 14. Januar 2010, 18:35 Uhr

Auf ihrer Internetseite fordern Bundeswehr-Gegner dazu auf, am Ehrenmal in Berlin ein Saufgelage zu veranstalten, sobald ein deutscher Soldat in Afghanistan ums Leben kommt. Die Staatsanwaltschaft soll nun klären, ob es sich bei diesem offenen Brief im Netz um Volksverhetzung handelt.

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Champagner trinkt man meist nur zu besonderen Anlässen, an Geburtstagen, Silvester, wenn es etwas zu feiern gibt. Nicht aber aus Freude darüber, dass jemand gestorben ist. Doch genau das hat das Büro für Antimilitaristische Maßnahmen (BamM) gemeinsam mit dem Berliner Landesverband der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinte KriegsgegnerInnen (DKG-VK) ab sofort vor.

Auf ihrer Internetseite schreiben sie in einem offenen Brief an alle Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr: „Tag Y – Wenn ein Bundeswehrsoldat fällt, am selben Tag Schampussaufen am Ehrenmal.“ Gemeint ist das Ehrenmal der Bundeswehr im Berliner Bendlerblock, welches im vergangen September eingeweit wurde. Der Aufruf steht unter dem Motto: „Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.“

Wie müssen sich die Angehörigen und Freunde bereits gefallener Bundeswehrsoldaten fühlen, wenn sie so etwas lesen? Wie die 250.000 Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr, die Deutschland derzeit dienen?

Die Bundeswehr ist ein Streitthema, das war sie schon immer. Seit den Auslandseinsätzen in Afghanistan und im Libanon steht sie im Fokus der Öffentlichkeit – mit der Kundusaffäre in jüngster Vergangenheit mehr denn je. Doch haben die deutschen Soldaten und Soldatinnen das verdient? Die Reaktionen sprechen eine eindeutige Sprache.

Hunderte Offiziersanwärter der Bundeswehr, die an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg (HSU HH) studieren, haben sich mit Protest-E-Mails an ihren Studentischen Konvent gewandt.

„Ekelerregend“ nennt Stefan Quandt, Leiter des Studentischen Konvents den Aufruf und die BamM-Homepage. „Die Internetpräsenz verleumdet in unerträglicher Art und Weise die im Einsatz gefallen Kameraden und Kameradinnen“, sagt Quandt. „Wer die Opfer von Terrorismus verunglimpft, stellt sich auf eine Stufe mit den Attentätern des 11. September 2001“, so der Oberleutnant. Und auch das Argument der im Grundgesetz verankerten Meinungsfreiheit zählt für ihn nicht. „Die Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut, welches wir – auch unter Einsatz unseres Lebens verteidigen. Allerdings findet sie dort ihre Grenzen, wo Menschen in ehrrühriger Art und Weise beleidigt werden.“

Die Wut ist nicht nur unter den Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr groß. Bei StudiVZ hat die Gruppe „Unfassbar: Flagge zeigen gegen www.bamm.de“ über 13.000 Mitglieder. Allein in den vergangenen zwei Tagen sind über 3000 StudiVZ-Nutzer der Gruppe beigetreten. Mehrere Hundert Foreneinträge hat die Gruppe – alle lesen sich gleich. Es herrscht Entsetzen und Unverständnis über den Aufruf von BamM und der DKG-VK. Am Ende steht immer die Frage: Kann man denn gar nichts machen?

Genau aus diesem Grund hat der Studentische Konvent der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Internetplattform www.bamm.de gestellt. „Wir wollen, dass sie zur Verantwortung gezogen werden, es ist nicht das erste Mal, dass auf der Seite so etwas auftaucht.“ Vor einiger Zeit hatte der Verband auf seiner Internetseite einen Sarg gezeigt, in dem ein deutscher Soldat lag. Bildüberschrift: Wieder einer weniger.

Der Wehrbeauftrage der Bundeswehr Reinhold Robbe sagte WELT ONLINE: „Ein Menschenleben wird in diesem Aufruf als etwas Beliebiges dargestellt. Das ist so was von perfide, ein Stich ins Herz eines jeden Soldaten, eines jeden vernünftig denkenden Menschen mit christlich humanistischem Hintergrund.“

Robbe wurde vor wenigen Tagen auf den offenen Brief von BamM hingewiesen. „Ich bin entsetzt darüber, dass so etwas in Deutschland möglich ist, ohne dass sofort ein Staatsanwalt tätig wird.“ Jetzt wurde eine Überprüfung eingeleitet. Es soll geklärt werden, ob es sich um Volksverhetzung handelt.

Günther Schütze, Sprecher der DKG-VK sagte dazu WELT ONLINE: „ Ich finde den Vorwurf der Volksverhetzung ziemlich albern. Wir haben gegen keinerlei Gesetz verstoßen und mit unserer Kampagne genau die Wirkung erzielt, die wir wollten.“

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... te_5774601






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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Gerry am 14 Jan 2010 21:02

Menschenverachtender geht es wohl kaum noch. Ziemlich entlarvend, solche Äusserungen.
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon jumper am 14 Jan 2010 21:09

Da hilft bloß: Strafanzeige bei dem nächsten Polizisten einreichen und gucken, ob sich was tut. Und natürlich die lokale Presse mal etwas anstupsen. Nicht nur diese *!*§$§$% können Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

MkG

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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon dr.oktylizer am 14 Jan 2010 21:26

Vielleicht sollte man auch einfach mit dem Baseballschläger bei einem dieser Saufgelage vorbeischauen...
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Mackiavelli am 14 Jan 2010 23:43

Anzeige ist erstattet.
Obwohl mich persönlich nicht zufriedenstellt, wenn diese Ar"§$?=)"!%& eine Verfahren bekommen, dass sowieso keine wirkliche Strafe nach sich zieht.
Es wäre schon schöner Dr. Oktylizers Vorschlag umzusetzen.
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon nikko am 15 Jan 2010 00:02

immer mitten in die fresse und ich würde es gutheissen :mrgreen: :roll:
linkes sch....gesindel. den politikern gehört auch mal kräftig eines auf die mütze, da soetwas zugelassen wird oder einfach nicht streng genug bestraft wir. in polen, serbien usw, würden sie sich das gar nicht trauen da es haue ohne ende geben würde.
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Lapua am 15 Jan 2010 08:36

Drecksäue! :evil:

Ich hoffe man kriegt sie wegen Volksverhetzung dran!

Sowas am frühen Morgen zu lesen, versaut einem echt den Start in den Tag....
"Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave." - Aristoteles
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Dragon46 am 15 Jan 2010 20:03

Dieses elendige Pack gehört am nächsten Baum aufgehängt.

Obwohl sich mir den Eindruck erweckt, dass die sich größer/besser/wichtiger machen, als sie sind...

Wenn jemand für Frieden demonstriert, ist das okay. Aber mit diesen Mitteln sicher nicht.
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon SOTIC am 16 Jan 2010 16:06

War ja nur ´ne Frage der Zeit... Diesem Wahnsinn ist nichts mehr hinzuzufügen...
"Guten Morgen. Ein Bier bitte."
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Kitsune am 16 Jan 2010 18:23

In jedem Fall ist es immer das Beste, angesichts solcher Sachen Ruhe zu bewahren und sich selbst übertriebener verbaler Ausfälle oder Gewaltandrohungen zu enthalten. Dies ist nun einmal ein freies Land und jeder darf seine Meinung sagen, selbst wenn es dabei zu solchen Entgleisungen kommen sollte. Diejenigen, die das frustiert, können sich immerhin dadurch zufriedengestellt sehen, daß sich diese "militanten Antimilitaristen" mit derartigen Bemerkungen selbst besser bloßgestellt haben, als alle ihre Opponenten das vermocht hätten. Und das ist doch immerhin was.
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon mark23 am 16 Jan 2010 18:40

KITSUNE:
Prinzipiell ist ihrem aufruf zur Mäßigung zwar zuzustimmen. Allerdings gewährt auch art. 5 GG die Meinungsfreiheit nur innerhalb der Schranken der allgemeinen Gesetze. Eine Klage wegen Beleidigung,rechte gelten auch postmortem, wäre soweit zumindest für die Angehörigen denkbar. Prinzipiell ist in diesen Fällen aber ein Einschreiten des Dienstherren auf dem Klageweg nötig, dass gebietet nicht nur die Fürsorgepflicht sondern eine adäquate Wertschätzung, der Staatsdiener, die sich mit ihrem Leben für den Bestand der staatliche Ordnung einzustehen bereit erklärt haben.

Rechtsfatalismus nach dem Motto "hierzulande darf man jedermann (insbesondere Soldaten) sowieso alles an den Kopf werfen" halte ich zumindest nicht für sinnvoll.
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Sergeant am 16 Jan 2010 18:44

Sie sind gegen das Militär, wir sind dafür. Wir haben Militär. 1:0

Sie wollen das Militär abschaffen, wir wollen es behalten. Militär wird es weiterhin geben. 2:0

Sie sind gegen Einstätze der BW. Wir machen Einsätze. 3:0

Sie wollen nicht von uns verteidigt werden müssen. Wir müssen und tun es trotzdem. 4:0

Wir sind viele, die sind wenige. 5:0

Wir haben eine Zukunft, die haben nichts. 6:0

Und so weiter, und so fort. Das sind Verlierer.

Diese Herrschaften zeichnen sich aus durch das gewisse Nichts. Sie sind nichts, sie haben nichts, sie können nichts.
Nicht mal ernstnehmen kann ich sie und ihren Aufruf.
Ich rege mich doch auch nicht auf, wenn mich ein räudiger Hinterhofköter anbellt.
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Zapfenstreich am 16 Jan 2010 19:03

jumper hat geschrieben:Da hilft bloß: Strafanzeige bei dem nächsten Polizisten einreichen und gucken, ob sich was tut.


Lapua hat geschrieben:Ich hoffe man kriegt sie wegen Volksverhetzung dran!


Da könnt Ihr lange warten. In einem Staat, dessen oberstes Gericht es für zulässig erklärt hat, seine Soldaten als »Mörder« zu diffamieren und in dem noch niemals eine Verurteilung ergangen ist, wenn das Opfer der Volksverhetzung Deutscher war (ohne irgendwelche Attribute, die ihn »gleicher« als die gewöhnlichen Deutschen machen) wird auch diese unsägliche Hetze unter dem Stichwort »Meinungsfreiheit« von der hierzulande nur auf dem linken Auge blinden Justitia durchgewunken werden.
"Es kommt gewöhnlich nie ganz so gut wie man hofft, aber auch nie ganz so schlimm wie man fürchtet." Hans von Seeckt
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Feldjaeger am 16 Jan 2010 20:28

Relevant ist die Volksverhetzung, was aber durch die Presse durchaus verschleiert wird, ist die Tatsache, dass es sich hier um einen völlig offensichtlichen Paradefall von "Störung der Totenruhe" handelt, denn das Bild ist mit Neffen und Nichten eine "Fotomontage", wie die brillianten Wortverdreher der Zeitung mit den vier großen Buchstaben "recherchiert haben" (und der Rest der Medien ungeprüft übernommen hat), sondern vor Ort mit Laiendarsteller aufgenommen worden.

Die völlig verquere Wortwahl des Vorsitzenden des studentischen Konvents (es gibt wohl kaum eine weniger relevante Institution in der Bundeswehr) rundet den Artikel aber wenigstens ab und er wirkt damit insgesamt wie gewollt und nicht gekonnt.

Horrido
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Re: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen

Beitragvon Kitsune am 16 Jan 2010 22:51

mark23 hat geschrieben:Eine Klage wegen Beleidigung,rechte gelten auch postmortem, wäre soweit zumindest für die Angehörigen denkbar.

Und ich habe gegen so eine Strafanzeige gegen die Brüder auch gar nichts einzuwenden. Da soll sich keiner einen Zwang antun. :D
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