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Sind deutsche Soldaten zu weich?

Politische Diskussionen, die nicht direkt etwas mit den Einheiten zu tun haben (z.B.: "Was haltet Ihr von einem Einsatz des KSK in Afghanistan?") und Zeitungsartikel können hier diskutiert werden.

Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon Fitsch am 16 Jun 2009 16:15

Bericht in der online bild.de


Heftige Kritik von Generalinspekteur Schneiderhan Sind deutsche Soldaten zu weich?
Jetzt ist Schluss mit lustig! Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat deutsche Soldaten aufgefordert, mehr Verantwortungsgefühl und eine größere Bereitschaft zu zeigen, dem Staat zu dienen.

Ein „Rundum-Wohlfühlangebot mit Erfolgserlebnis“ könne einem Soldaten nicht garantiert werden, bemerkte Schneiderhan in seiner auffallend kritischen Rede als Ehrengast vor mehreren hundert Gästen aus Politik, Bundeswehr, Wirtschaft und Gesellschaft bei einem Empfang des Wehrbeauftragten des Bundestags in Berlin.

Als Beispiel nannte der Chef-Inspekteur die Bereitstellung angeblich ungeeigneter Schlafsäcke im Kongo-Einsatz, die an ihn herangetragen wurde. Diese Sache, dürfe „keine parlamentarische Betroffenheit auslösen“.

Einem Berufssoldaten, der sich über den dritten Auslandseinsatz beklage, solle man deutlich sagen, dass es keine Abhilfe geben werde - denn das sei nun mal sein Beruf.

Die Beschwerden zögen sich durch alle Dienstgrade und Altersklassen. Möglicherweise lägen die Probleme unter anderem an der gesamtgesellschaftlichen Tendenz, Verantwortung delegieren zu wollen, an allgemeinem Veränderungsstress und an der Personalauswahl, so Schneiderharn.

Der Wehrbeauftragten des Bundestags in Berlin, Reinhold Robbe erinnerte dagegen an den schweren Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und appellierte an die deutsche Bevölkerung, diese Leistung mehr zu würdigen.

Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner (SPD) lenkte den Blick auf die bei Auslandseinsätzen verwundeten Soldaten. Nicht alle von ihnen könnten die seelischen Belastungen verarbeiten.
Meine Freundin sagt ich bin neugierig ....
zumindest steht das in ihrem Tagebuch.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon muck am 16 Jun 2009 16:29

Warum soll ein Soldat Verantwortung übernommen, wenn ihm der eigene Dienstherr nichts als Knüppel zwischen die Beine wirft und die Gesellschaft bestenfalls Akzeptanz für seine Rolle im Staat aufbringen kann?

Das ist sicher ein zweischneidiges Schwert. Bestimmt gibt es Soldaten, die dieses "Rundum-Wohlfühlangebot mit Erfolgserlebnis" erwarten. Aber es gibt eben auch andere, die sich reinhängen in ihre Berufung und jetzt von Schneiderhan über einen Kamm geschert werden.

Wie gut, dass die modernen Generale keine Feldherren sind, die auf eine gute Moral ihrer Truppe angewiesen sind.
"Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar." - Bundeswehrverwaltung

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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon Sergeant Major am 16 Jun 2009 17:34

Ahhh ja.

Wenn man sich über ungeeignetes Material beschwert oder sich darüber aufregt innerhalb zwei Jahren drei Einsätze mitzumachen ist es den Herren nicht recht.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon SOTIC am 16 Jun 2009 17:41

@Sergeant Major:

Es gibt Personen, die umgehen entsprechende Regelungen, um an einer ganzen Reihe von Auslandseinsätzen in kurzer teilnehmen zu können.
Und die machen das freiwillig bzw es ist nicht ein für das berufsbild bezeichnendes Aufgabenfeld (Polizei). Da kann man doch von einem Soldaten erwarten, dass er gemäß seiner beruflichen Aufgabe eben dieser auch nachkommt. Ich möchte den Feuerwehrmann sehen, der sich wegen zu viel Brandbekämpfung beschwert.
Über Ausrüstung kann man sich gerne beschweren aber was mir aus den Reihen engagierter Soldaten über die Einsatzbereitschaft ihrer Kameraden berichtet wird, ist furchteinflößend.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon Vanguard am 16 Jun 2009 17:51

Anscheinend scheint immer noch bei vielen der "Beamtenstatus" und nicht die Tätigkeit ansich ausschalggebendes Kriterium bei der Berufswahl zum Soldaten zu sein. Dies ist auch eine Frage der Vor-Selektion aber vorallem der Ausbildung. Vielleicht rücken die alten soldatischen Tugenden dadurch wieder mehr in den Fokus. Dem stetigen Jammern über die Umstände und Situtation liegt ja grundsätzlich die Frage nach mehr Geld zugrunde. Die innere Einstellung zum Beruf ist aber keine Ausstattungs- und letztlich Geldfrage. Wer jammern will, findet immer einen Grund.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon Mackiavelli am 16 Jun 2009 18:40

Wer keine richtige Armee haben will und denkt beim Thema Soldatentugenden wäre mit "Toleranz und Menschenwürde" alles gesagt, braucht sich nicht wundern, wenn keine Truppe hinter ihm steht, die bereit ist mit ihm in die Hölle einzumarschieren.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon Jaegermeister am 16 Jun 2009 18:45

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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon funker27 am 16 Jun 2009 19:24

Fitsch hat geschrieben:Bericht in der online bild.de


Heftige Kritik von Generalinspekteur Schneiderhan Sind deutsche Soldaten zu weich?
Jetzt ist Schluss mit lustig! Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat deutsche Soldaten aufgefordert, mehr Verantwortungsgefühl und eine größere Bereitschaft zu zeigen, dem Staat zu dienen.



DER hat es gerade nötig:

Schneiderhan hatte bisher den Einsatz schwerer Waffen am Hindukusch abgelehnt, um alles zu vermeiden, was «martialisch» - kriegerisch - aussehen könnte. Es hatte lange gedauert, bis die militärische und politische Führung in Berlin von einem «Krieg», von Verwundeten und Gefallenen sprach. Die Rede war stets von «Stabilisierungseinsätzen» in Verbindung mit Bemühungen der deutschen Soldaten zum Wiederaufbau in Afghanistan beizutragen. Sie wurden zuweilen von ihren ISAF-Kameraden als «Entwicklungshelfer» verspottet.
http://www.dernewsticker.de/news.php?id=118553&i=afsfbn

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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon 1039 am 16 Jun 2009 19:47

Ich möchte den Feuerwehrmann sehen, der sich wegen zu viel Brandbekämpfung beschwert.


Ich möchte den Feuerwehrmann sehen der die Schnauze hält wenn man ihn dreimal im Jahr zur Waldbrandbekämpfung in Australien abkommandiert für ein paar Monate.

Und ein Soldat der sich über mangelnde Ausrüstung beschwert hat verdammt nochmal recht!! Und er hat so richtig recht wenn man ihm Kraft eigener Arroganz eigene Initiative in dem Bereich kategorisch verbietet.

Das ein Soldat mit Widrigkeiten und schlechten Bedingungen klar kommen muss ist keinesfalls eine Entschuldigung für den Dienstherren.


Davon mal ganz abgesehen, was erwartet man von einer strikt demilitarisierten "Armee" die Freizeitbüros unterhält und bei der jeder Fatzke seine Vorgesetzten anpissen kann wenn es mal ungemütlich wird?


EDIT: Sind deutsche Soldaten zu weich? Oh ja, in großen Teilen absolut. Aber liegt das am Soldaten? Schon in der Antike wusste man "Wenige Männer werden zu Soldaten geboren, aber die meisten werden es durch Ausbildung und Disziplin"

Allerdings zählen Ausbildung und Disziplin definitiv weniger als das Lärmschutzrecht der Anwohner die sich durch Morgensport gestört fühlen, und Disziplin beschränkt sich all zu oft auf ZDv Konforme Anzüge, nicht auf das was in den Klamotten drinsteckt.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon haselnuss am 16 Jun 2009 20:28

So unrecht hat der Genral ja nicht, auch wenn ich sonst durchaus nicht seiner Meinung bin.

Ein Berufssoldat darf sich nicht beschweren das er zu oft in den Einsatz geschickt wird. Er darf jeder Zeit kündigen (er hat von Berufssoldaten gesprochen). Auslandseinsätze gehören seit dem Somalia Einsatz zum Aufgabenfeld der BW. Bereits 1992 wurde dazu ja auch einiges in den Petersberger Beschlüssen niedergeschrieben.

Was der General aber nicht erwähnt, ist der Teil der zulässigen beschwerden die mit "weich" nichts zu tun haben. Und diese sind solchen Charakters, dass sich Soldaten beschweren zu oft in den Einsatz geschickt und das nur weil andere Soldaten sich drücken. Diese zusätzliche Einsatzbelastung ist unnötig und dagen kann man sich durchaus beschweren.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon JoHan am 16 Jun 2009 20:50

Meiner Meinung nach hat der Mann völlig recht.

Wiewenig eine "adäquate Ausrüstung" und wie stark eine "Bereitschaft zu dienen" Auswirkungen auf die militärische Leistungsfähigkeit hat, sehen wir bei der Französischen Fremdenlegion.

Dieses ganze Geseire über seelische Belastungen, Würdigung der Leistung etc ist doch nur gut für den sozialkritischen Debattierclub.

Militärische Leistungsfähigkeit basiert auf Patriotismus, totaler Unterwerfung in ein streng hierarchisches System, körperlicher Fitness, Selbstdisziplin und der Bereitschaft sein Leben dem militärischen Auftrag zu unterstellen. Jawoll.

Wer jetzt muckt wird erschossen :mrgreen:

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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon Lapua am 16 Jun 2009 20:59

JoHan hat geschrieben:....
Militärische Leistungsfähigkeit basiert auf Patriotismus, totaler Unterwerfung in ein streng hierarchisches System, ...


Ähm dir ist aber schon klar, dass du mit solchen Äußerungen von unserer Politikern und letztendlich auch den Befehlshabern zum Antichristen erklärt wirst.... :wink:

Na was ein Glück, dass du in der Schweiz wohnst. :mrgreen:


gruß
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon SOTIC am 16 Jun 2009 21:02

Ich möchte den Feuerwehrmann sehen der die Schnauze hält wenn man ihn dreimal im Jahr zur Waldbrandbekämpfung in Australien abkommandiert für ein paar Monate.


Wäre dies Aufgabe der deutschen BFW, so müsste er folgeleisten. Und australische Feuerwehrmänner beklagen sich sicherlich auch nicht, denn man hat sich schließlich zuvor über seine Aufgaben informiert. Berufssoldaten sollten sich schon mit der Bündnisverpflichtung beschäftigt haben und dann eben auch damit rechnen, dass sie in diesem Rahmen auch arbeiten müssen. Es ist ja nicht nur so, dass sich Soldaten über zu viele Auslandsverwendungen beschweren; es beschweren sich Soldaten auch generell über eine Auslandsverwendung.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon 1039 am 16 Jun 2009 21:56

Sotic

Das ein Soldat sich über Auslandseinsätze beschwert ist Bullshit, brauchen wir nicht drüber sprechen.

Das ein Soldat sich über Einsatzbelastung beschwert ist die eine Sache.

Das manche Soldaten mit Familie von einem Einsatz in den nächsten knallen während andere "uniformierte Verpflegungsgeldempfänger" ab 1530 das Gleiten vom Stabsgebäude richtung Parkplatz anfangen ist eine ganz andere Sache.


Mit einem schneidigen Knall jeden Soldaten über denselben Kamm zu scheren ist so sinnvoll wie der Satz "wer sich rechtfertigt klagt sich an". Hirnlose stumpfe Scheiße.

Unser "oberster Soldat des Heeres" regt mich nicht erst seit gestern auf, aber langsam übertreibt er.
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Re: Sind deutsche Soldaten zu weich?

Beitragvon SOTIC am 16 Jun 2009 22:03

Wenn man es von der Warte aus betrachtet, muss ich Ihnen recht geben.
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