Wohl Entlastung für den Kapitän der "Gorch Fock":
Immer diese Vorverurteilungen...
http://www.n-tv.de/politik/Bericht-entlastet-Kapitaen-Schatz-article2828111.html
Martin Lichtmesz hat geschrieben:„Gorch Fock“, Erik Lehnert und die Internetdemoskopie
Daß der Beitrag von Erik Lehnert in der Zeitschrift Marineforum über den „Einsatz von Frauen in Kampfeinheiten“ derartig gehässige Wellen der Empörung hochschlagen ließ, bis hinauf zu Verteidigungsminister de Maizière, hat mich, ehrlich gesagt, ebenso verwundert wie amüsiert. Denn daß die Grundthese zutrifft, daß Frauen als Soldaten keine für das Funktionieren eines Heeres günstige Option sind, weiß ich salopp gesagt auch so, ohne überhaupt die Studie des Instituts für Staatspolitik gelesen zu haben.
Jeder, der nur halbwegs alle fünf Sinne beisammen und etwas Lebenserfahrung hat, weiß das. Man muß nicht einmal viel von Militär und Krieg verstehen, um das zu wissen oder zumindest einleuchtend zu finden. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, daß diese Feststellung ein Gemeinplatz, eine Banalität ist.
Aber wir leben heute eben in Zeiten, in denen schon das bloße Aussprechen von simplen Tatsachen semi-hysterische Reaktionen provozieren kann. Ein nüchterner Diskussionsbeitrag in einer außerhalb von Fachkreisen kaum bekannten Zeitschrift reicht aus, daß gleich mehrere Massenblätter ins unterste Arsenal greifen, um den Überbringer der unliebsamen Botschaft in Grund und Boden zu schießen.
Selbst wenn Lehnert unrecht hätte, fragt man sich, warum er nicht einfach sachlich widerlegt werden kann, warum die Antwort in Lügen und Diffamierungen bestehen muß. Weil ein wunder Punkt getroffen ist, weil die getroffenen Hunde zu bellen beginnen? Zu dem Feuerwerk der reflexartig aufgefahrenen Antikörper zählen Hohn, krasse Verzerrungen, Falschbehauptungen, Beschämungstaktiken, Unterstellungen, Verdächtigungen und Einschüchterungen.
Das Ifs stünde „politisch zwischen Union und Neonazis“ und „schon (sic!) in Verfassungsschutzberichten“, der Autor „vertuscht wirkliche Ursachen“,“verhöhnt“ eine Tote, „wettert“, „wettert ungeniert“, schreibt „ausgerechnet“ im „renommierten“ Marineforum, „rechtfertigt“ sich „ausgerechnet“ in der „rechtslastigen Jungen Freiheit“ , „verunglimpft“ Frauen, behaupte, höhö, was für ein weltfremder Tropf, Frauen seien „zu lieb für den Job“, und sei überhaupt ein reaktionär-regressiver Triebtäter, der sich nicht in Zaum halten kann, trotz all der von Jakob Augstein geforderten „Erziehung“: einen „erstaunlichen Rückfall in sexistische Denkmuster“ nannte den Artikel, wie immer den Vogel abschießend, der Spiegel.
Als typischer Vertreter einer auf Knopfdruck reagierenden Funktionselite outete sich dann Thomas de Maizière, indem er eine empörungsgesättigte Tirade anstimmte, aus der unzweifelhaft hervorgeht, daß er keine einzige müde Silbe des Artikels, sondern lediglich die „Bild“-Überschrift gelesen hat: Lehnerts Auslassungen stünden in einer Reihe mit jüngeren „skandalösen Schmähungen und Verunglimpfungen um das Thema Tod und Verwundung“ (übrigens linksradikaler Provenienz), seien „ein unerhörter Vorgang“ und eine „eine geschmacklose Auseinandersetzung über den Tod der See-Kadettin“, die er „widerwärtig“ fände.
Auf merkelisch gesagt: Es hat mal wieder jemand „die Gefühle von Menschen in diesem Land verletzt“, und dies zu verhindern, ist ja bekanntlich alles, worauf es noch ankommt. Die Gefühle der politisch Korrekten, die offenbar mehr zählen als jene der Menschen, die für ihre Ideologie bezahlen müssen, und sei es mit dem Leben.
Ich muß wohl nicht erwähnen, daß der Artikel von Erik Lehnert nichts gemein hat mit den verzerrten Darstellungen der Presse, völlig sachlich gehalten ist, und von einem Verantwortungsgefühl für das Ganze getragen ist, von einer Ernsthaftigkeit und Gewissenhaftigkeit, die den Guttenbergs und de Maizières offenbar fremd geworden ist. Immerhin sind jenseits der verdammenden und verhöhnenden Schlagzeilen Zitate aus dem Text in den weiteren Umlauf geraten, die zwar zum Zweck der öffentlichen Brandmarkung und Abschreckung vorgeführt sollten, die aber durchaus auf hohe Zustimmung unter den Lesern stießen.
Das scheint zumindest ein internetdemoskopischer Blick nahezulegen: im Spiegel-Forum etwa hat es das Thema auf bis dato 76 vollgeschriebene Diskussionseiten gebracht; die Kommentarspalten der Welt (über 800 Einträge) haben sicherheitshalber schon mal dicht gemacht – wohl deswegen, weil die Zustimmung zu Lehnerts Thesen erstaunlich hoch ist. Bei den Lesern des Spiegels hat sich jedenfalls eine recht ernste Diskussion entwickelt, in der die Museumsnummer aus dem Anno Alice von den „sexistischen Denkweisen“ nur marginal auftaucht.
Hier ein paar schnell herausgesuchte Kommentare aus dem Forum:
Nach der Neuordnung der Bundeswehr und der Aussetzung (nicht Abschaffung) des Wehrdienstes melden sich 3.500 Freiwillige – darunter knapp 50 Frauen. Ist es demnächst auch eine Verunglimpfung von Frauen, wenn man feststellt, dass diese genau wissen, wo sie auf gar keinen Fall freiwillig sein wollen?
Der SPIEGEL sollte sachlich über die Anforderungen des Wehrdienstes berichten und nicht reflexhaft rot-grünlich aufschreien, wenn jemand vom Fach in einem Artikel entgegen dem ideologisch gefärbten Mainstream der Politik die realen Zustände beschreibt, die nicht nur zum Unfall auf der Fock geführt haben. Bei allem guten Willen – wenn man in bundesweiten Umfragen merkt, dass die Meinungssosse, die man serviert, nicht goutiert wird, weil Erfahrung und Beobachtung der Menschen dagegen sprechen, Frauen hätten körperlich das gleiche Leistungspotential, dann sollten man das Rezept ändern. Stattdessen stampft die Presse immer wieder wie ein kleines Mädchen auf den Fußboden und schreit: „Ich will aber, dass die Welt Wille und Vorstellung ist“. Damit verlächerlicht sich die Presse epochal – entgeistertes Kopfschütteln der Nachwelt inklusive.
…
Es ist doch so einfach:
Wenn Frauen NICHT weniger leistungsfähig sind, dann müssen sie ganz einfach die gleichen Einstellungstests absolvieren, genau so schnell und weit rennen können wie die Männer, genau so lange graben, genau so viel tragen usw. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist die Behauptung keine Verunglimpfung sondern eine Tatsache.
Ein Leser (angemeldet seit 2006, über1300 Beiträge) konstatiert gar:
Schon sehr eindrucksvoll zu beobachten, wie sich das SPON-Publikum in den letzten beiden Jahren generell in seinen Ansichten gewandelt hat. Kaum wird von der Redaktion ein Artikel über den Themenkreis
• Gender-Mainstreaming, Feminismus und Postfeminismus
• fehlgeschlagene Integration, Migranten-Kriminalität, Islamisierung
• islamische Staaten, Demokratiebewegung
• (etc.)
platziert, haben wir Kommentar-Ergebnisse, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wären. Ein Vertreter des linksgrünen Spektrums würde diese Meinungsentwicklung »tiefbraun« nennen. Es gibt eben bestimmte Themen, da ist die bundesdeutsche Gesellschaft eindeutig gespalten – da passt keine politische Mitte mehr dazwischen.
Wollen wir hoffen, daß dieser Trend weiter anwächst. Abseits aller linken und rechten, konservativen oder progressiven Schubladen gibt es heute vor allem nur eine Front, die zählt: der common sense gegen die political correctness. Und da paßt heute auch „keine Mitte mehr dazwischen“.
Bild: „Martha Washington“ von Frank Miller.
Gorch Fock, Erik Lehnert und die Internetdemoskopie
Veröffentlicht: Dienstag, 12. Juli 2011, 10:00
KZH hat geschrieben:Wenn ja, dann treibst Du Dich wohl nur auf Olympiastützpunkten rum oder Du bist einfach eine Pfeife...
Nichts für ungut.
AFP hat geschrieben:Womöglich juristisches Nachspiel zu Tod auf "Gorch Fock"
Strafanzeige gegen Ex-Kapitän von Segelschulschiff
Der tödliche Unfall einer Marinesoldatin auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" wird möglicherweise noch einmal juristisch aufgerollt. Wie die "Aachener Zeitung" berichtet, beantragten die Eltern der 2008 über Bord gegangenen Offiziersanwärterin Jenny Böken die Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens. Zudem hätten sie bei der Staatsanwaltschaft Kiel Strafanzeige gegen den ehemaligen Kapitän der "Gorch Fock", Norbert Schatz, eingereicht. Auch gegen den damaligen Schiffsarzt und zwei wachhabende Offiziere sei Anzeige erstattet worden.
Kurz vor dem dritten Jahrestag des Verschwindens ihrer Tochter von dem Segelschulschiff erheben die Eltern aus Geilenkirchen der Zeitung zufolge schwerwiegende Vorwürfe: Der Kapitän habe seine Dienstaufsicht sträflich vernachlässigt, der Arzt Anzeichen von Schlafstörungen bei Jenny Böken missachtet. Dem Anwalt der Eltern liege zudem ein Protokoll des Havarieausschusses vor, wonach auf der "Gorch Fock" geduldet wurde, dass Schwimmwesten nicht regelmäßig angelegt wurden.
Der Kapitän habe seine Dienstaufsicht sträflich vernachlässigt, ...
... der Arzt Anzeichen von Schlafstörungen bei Jenny Böken missachtet.
... dass Schwimmwesten nicht regelmäßig angelegt wurden.
Gorch-Fock-Ausbildung startet erst 2013 wieder
Mittwoch, 07.03.2012, 10:28
dpa Das Segelschulschiff Gorch Fock nimmt frühstens 2013 wieder ihren Dienst auf
Die Ausbildung auf der Gorch Fock wird erst nächstes Jahr wieder aufgenommen. Nach dem tödlichen Sturz einer Kadettin im November 2010 soll das Schiff sicherer werden – neue Ausrüstung kommt zum Einsatz.
Auf der Gorch Fock soll im kommenden Jahr wieder ausgebildet werden, das geht aus einem Zwischenbericht des Verteidigungsministeriums zur Reform der Ausbildung auf dem Segelschiff hervor. Zahlreiche Reformen sollen das Schiff effektiver und vor allem sicherer machen: Offiziersanwärter sollen künftig sieben statt sechs Wochen auf der Gorch Fock geschult werden.
Die Sicherheitsvorkehrungen an Bord werden deutlich verbessert und das Training an Land intensiviert. Neue Schwimmwesten mit Kälteschutzanzug und Seenotsendern sowie eine intensivere Sportausbildung der Kadetten seien geplant.
Die Ausbildung auf der Gorch Fock war im November 2010 nach dem tödlichen Sturz einer 25-jährigen Kadettin aus der Takelage ausgesetzt worden. Eine unabhängige Kommission unter Leitung des Historikers Reiner Pommerin machte Mitte vergangenen Jahres Vorschläge zur Reform der Ausbildung, die nun teilweise umgesetzt werden.
Für mehr Sicherheit – Ausbildungsmast an die Marineschule Mürwik übergeben
Am 21. Juni wurde der Ausbildungsmast zur Segelvorausbildung der Offizieranwärter offiziell an die Marineschule Mürwik (MSM) übergeben. Mit den Worten "„Allzeit gute Fahrt und allzeit gute Ausbildung“" zerschnitt der Kommandeur der Marineschule, Flottillenadmiral Thomas Josef Ernst, gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Thomas Kossendey, das Band zur Inbetriebnahme der Ausbildungsanlage.
Persönlichkeiten aus Politik und Militär waren zu dieser Veranstaltung geladen. Unter ihnen der Präsident der Wehrbereichsverwaltung Nord, Peter Alexander Sauer, der stellvertretende Inspekteur der Marine, Konteradmiral Heinrich Lange, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus sowie der künftige Kommandant des Segelschulschiffes „Gorch Fock“, Kapitän zur See Helge Risch, mit Teilen der Besatzung.
Schnelle Umsetzung
Die MSM übernahm den Ausbildungsmast vom Amt der Bauverwaltung im Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein, welches für die Realisierung des Projektes verantwortlich war. Dessen Leiter, Dr. Joachim Graf von Hardenberg, wies in seiner Eingangsrede nicht ohne Freude auf die schnelle Umsetzung des Vorhabens hin, denn von der ersten Idee bis zur Übergabe vergingen nur etwa eineinhalb Jahre. "„Aber ich freue mich noch viel mehr für die Kadetten, deren nächster Reise auf der „Gorch Fock“ nun nichts mehr im Wege steht“", sagte er abschließend.
Wesentlicher Baustein
Für den Kommandeur der Marineschule ist der Mast ein wesentlicher Baustein zur Verbesserung der Ausbildung. Admiral Ernst sagte aber auch, dass für seine Schule nun die eigentliche Arbeit erst losgehe. Zunächst gelte es, die Ausbilder abschließend zu schulen, um dann mit dem neuen Offizieranwärterjahrgang ab Mitte August die Ausbildung aufzunehmen.
Bundeswehr nimmt Gefahren ernst
"„Soldat zu sein ist kein Beruf wie jeder andere. Er ist mit Gefahren verbunden, im Einsatz, aber auch in der Ausbildung und im täglichen Betrieb. Die Bundeswehr nimmt diese Gefahren sehr ernst“", sagte Staatssekretär Kossendey in Hinblick auf die neue Ausbildungsanlage. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die konstruktive und zielgerichtete Zusammenarbeit, die eine schnelle Realisierung des Ausbildungsmastes zur Minimierung von Gefahren ermöglicht hat.
Weiterhin wünschte er "„dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ und allen, die darauf dienen, Lehrgangsteilnehmern wie Stammbesatzung, allzeit gute Fahrt und sichere Heimkehr. Die Ausbildungsanlage Mast und Takelage soll und wird ihren Teil dazu beitragen, dass dieser Wunsch sich erfüllt.“"
Ausbildung für mehr Sicherheit
Der Übungsmast ist ein verkleinerter Nachbau des Originals auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“. Er ermöglicht den Offizieranwärtern ein realitätsnahes Training, um sie frühzeitig an die Höhe sowie die Bewegungsabläufe und Arbeitsbedingungen in der Takelage zu gewöhnen. Zugleich kann die körperliche Fitness überprüft und gezielt verbessert werden. Durch Sicherheitsleinen mit einer sogenannten Fliehkraftkupplung, die den Offizieranwärtern zusätzlichen Schutz und Sicherheit bietet, können sechs Kadetten gleichzeitig auf dem Ausbildungsmast ausgebildet werden. Eine Beleuchtungsanlage sorgt für den sicheren Lehrbetrieb bei Dunkelheit.
Um die körperliche Leistungsfähigkeit der Offizieranwärter zu steigern und um sie auf das individuelle Klettertraining vorzubereiten, wurde die Sportausbildung an der Marineschule intensiviert. Die Zahl der Unterrichtsstunden wurde um fast ein Drittel erhöht. Erstmals werden die Rekruten der Crew VII/12 ab Mitte August mit der Ausbildung an dem Schulungs- und Ausbildungsgerät „Mast und Takelage“, so die offizielle Bezeichnung des Ausbildungsmastes, beginnen.
Marine online 21.06.12
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