Spezialist und Infanterist
Donauwörth, 16.08.2011.
Sie beherrschen soldatisches Handwerk und meistern extreme Herausforderungen. Dazu sind sie Spezialisten der Fernmeldetechnik, sind Aufklärer und beherrschen oft noch eine Fremdsprache fließend. Unter den spezialisierten Kräften der EloKa-Truppe nehmen die LEKE-Soldaten nochmals eine Sonderstellung ein.
"„Wir unterscheiden uns von den sonstigen Kräften der EloKa durch die sehr schnelle Verlegefähigkeit, hohe Mobilität, Spezialisierung auf die Verbringungsarten Wasser, Luft und schwieriges Gelände“", beschreibt Oberleutnant Mirko S. seinen Zug. Egal ob Abseilen aus Drehflüglern oder Fallschirmsprung – der LEKE-Zug ist gut ausgebildet. LEKE – hinter der Abkürzung verbirgt sich die luftlandefähige Komponente für den Elektronischen Kampf zur Nahunterstützung im Einsatz, was die Spezialisierung der Soldaten erklärt. Mit ihrer erweiterten infanteristischen Ausbildung sind die Soldaten des Zuges in der Lage, für die spezialisierten Kräfte und Spezialkräfte der Bundeswehr unmittelbare Unterstützung zu leisten. "„Das heißt nicht von einem Gefechtsstand aus, sondern unmittelbar beim Geschehen“", sagt Oberfeldwebel Torsten U., der mit einem weiteren Kameraden gleichen Dienstgrades einen Trupp bildet.
Einzigartig
Sie sind mit weiteren 17 Soldaten auf die Anforderungen der Division Spezielle Operationen des Heeres vorbereitet und können deren Einheiten und Verbände weltweit innerhalb von zwölf Stunden begleiten und unterstützen. Zum Beispiel bei militärischen Evakuierungsoperationen deutscher Staatsbürger, Maßnahmen gegen irreguläre Kräfte, Operationen in der Tiefe oder schnelle Anfangs- und Abschlussoperationen. Infanteristische Ausbildung, körperliche Fitness und absolute Sicherheit im Umgang mit der Spezialausrüstung, zeichnen diese besonderen Männer und Frauen aus. Ihre Kernfähigkeiten Elektronische Unterstützungsmaßnahmen oder Elektronische Gegenmaßnahmen bilden die Grundlage. Erst ein fordernder Eignungstest öffnet Interessenten die Türen zu dieser besonderen Verwendung.
Ein Soldat an einem Rechner
Unterstützung aus dem Hintergrund. (Quelle: PIZ SKB/Ströter)Größere Abbildung anzeigen
So sind die Angehörigen des LEKE-Zuges wie ihre „normalen“ Kameraden des EloKaBtl 922 zunächst als EloKa-Feldwebel ausgebildet worden. Das geschieht in der Regel an der Schule Strategische Aufklärung in Flensburg. Soldaten der EloKa-Truppe durchlaufen dort eine vielseitige Ausbildung: Sprachen der Einsatzländer stehen ebenso auf dem Dienstplan wie Kenntnisse über die Ausbreitung von Funkwellen. Die Fähigkeit der Elektronischen Kampfführung wird in der Streitkräftebasis bereitgehalten. Unter dem Begriff versteht man passive militärische Maßnahmen, mit deren Hilfe im elektromagnetischen Spektrum Aufklärung zur Informationsgewinnung betrieben wird. Solche Ausstrahlungen werden erfasst, geortet, gegebenenfalls übersetzt und identifiziert. Durch aktive Maßnahmen, wie zum Beispiel Stör- oder Täuschmaßnahmen, also das Aussenden eigener elektromagnetischer Signale, soll dem Gegner, mit dem Ziel dessen Führungsfähigkeit einzuschränken, die Nutzung dieses Spektrums erschwert werden.
Interessante Tätigkeit
Für die drei Bereiche der EloKa - Aufklären (EloUM), Stören (EloGM) und Schutz eigener Kommunikation (EloSM) – sind stets Spezialisten gefragt. Oberstleutnant Janus Kaschta ist Kommandeur in Donauwörth. Er stellt die Attraktivität der Verwendungen in seiner Truppengattung heraus: "„Das ist weit entfernt von Alltagstrott oder gar ‚Beamtentum’. Wir haben von moderner Technik über Fremdsprachen bis hin zum ‚Soldatsein’ mit allen Facetten viel zu bieten.“" Sprachkenntnisse in unterschiedlichen Sprachen und modernes IT-Gerät an den Arbeitsplätzen versetzen Soldaten in die Lage, Funksignale und Funkverkehre aufzuspüren, zu übersetzen und auszuwerten. Aufklärungsmittel zur Aufklärung von Funk-/Radarsignalen und Funkverkehren unterschiedlicher Frequenzbereiche ergeben zusammengefasst ein Lagebild, über das die EloKa-Soldaten militärische Führer in einem Einsatzgebiet unterrichten und so Grundlagen für Planung und Befehlsgebung liefern. Auch bei hoher Einsatzbelastung steht die berufliche Zufriedenheit der Soldaten im Vordergrund: "„Das ist die beste Werbung für unsere Streitkräfte“", sagt er und lädt junge Menschen ein, sich bei der EloKa zu bewerben. Nachwuchs wird gebraucht. Aus dem Bereich der Fernmeldetechnik, Fremdsprachenassistenten, Rundfunktechniker – die Möglichkeiten sind vielfältig in diesem verantwortungsvollen Beruf.
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"When the extremists fight, make them pay" General David H. Petraeus