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Spezialeinsatzkommandos (SEK) - Geschichte

Mittwoch, 4. August 1971, München, Prinzregentenstraße

15.55 Uhr: Zwei mit Motorradhelmen und roten Gesichtsmasken getarnte Männern stürmen in die Filiale der Deutschen Bank. Sie sind bewaffnet mit einer russischen Maschinenpistole und einer Pistole im Kaliber 7,65 Browning. Eine Minute später alarmierte ein Passant die Polizei . Die ersten Streifenwagen rücken an.
Um 16.10 Uhr stellen die Bankräuber ihre Bedingungen: Sie fordern zwei Millionen Mark, ein Fluchtfahrzeug und freien Abzug. Erster Verhandlungserfolg der Polizei nach einer Stunde: Die Täter lassen eine ihrer sieben Geiseln frei.

Uniformierte Polizisten haben mittlerweile das Gebäude weiträumig abgesperrt, Anfang immer wieder gelingt es Schaulustigen, bis zum Ort des Geschehens vorzudringen. Der Münchener Osten gleicht einem Heerlager: Hunderte Ordnungshüter sind rund um die Bank in Stellung gegangen, mehrere Krankenwagen sind am Tatort eingetroffen, 2 Polizei-Hubschrauber umkreisen das Stadtviertel, Kamerateams und Hörfunkreporter sind angerückt und Berichte über die aktuelle Entwicklung.

Um 18.21 Uhr steht das von den Tätern geforderte Fluchtfahrzeug vor dem Gebäude. Die Verhandlungen ziehen sich hin. Die Polizei fordert die Freigabe der Geiseln, die Bankräuber wollen keine weiteren Zugeständnisse machen.
Um 22 Uhr läuft ihr Ultimatum ab. Sie verlängern es bis 23 Uhr und dann noch einmal um eine halbe Stunde.
Um 23.35 Uhr verläßt die Geisel Ingrid Reppel zusammen mit einem Kassierer die Bank. Kurze Zeit später folgt der mit einer Maschinenpistole bewaffnete 31 jährige Hans-Georg Rammelmayer. Er besteigt das Fluchtauto, einen BMW. Im diesem Moment eröffnet die Polizei das Feuer. Minutenlang wird geschossen. Rammelmayer wird durch eine Gewehrkugel - ein Vollmantelgeschoß - zwar tödlich verletzt, aber er kann dennoch auf die neben ihm sitzende Frau schießen. Eine Stunde später stirbt sie an den Folgen des Bauchschußes. Der zweite Täter, Dimitri Todorov, wird leicht verletzt im Eingangsbereich der Bank festgenommen.

5. September 1972, Olympische Sommerspiele in München

Mitglieder der Organisation " Schwarzer September" töten zwei israelische Sportler und nehmen deren Kameraden als Geiseln. Die Bundesregierung verhandelt mit den Terroristen und stellt ihnen schließlich zwei Hubschrauber zur Verfügung, mit welchen sie nach Fürstenfeldbruck fliegen. Die Sicherheitskräfte, die noch nie mit so einem Fall konfrontiert wurden, versuchen die Geiseln zu befreien. Es gelingt ihnen zwar einige Terroristen auszuschalten aber sie können nicht verhindern, dass diese eine Handgranate zünden und die Geiseln töten.

In der Nachbereitung und als Folge dieser Ereignisse (unter anderem durch das sogenannte Höcherl-Papier) beschloss die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder und des Bundes im Jahr 1974 das Konzept für die Aufstellung und den Einsatz von Spezialeinheiten der Länder und des Bundes für die Bekämpfung von Terroristen.

Dieser Erlass bedeutete die Geburtsstunde von MEK und SEK.

Seit 1989 regelt ein Erlass des Ministeriums des Innern und für Sport die Organisation, Gliederung und Aufgaben der Spezialeinheiten.
Die Spezialeinheiten werden als integrativer Bestandteil der Polizei auch in Zukunft mit ihrer speziellen Ausbildung und der spezifischen Ausrüstung ihren maßgeblichen Beitrag leisten, um Verbrechen erfolgreich bekämpfen zu können, um so die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger des Landes zu gewährleisten.

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